Rennbericht Enduro de Mazel (F)
2. Platz – Sieg knapp verpasst zum Saisonabschluss

Zum letzten Rennen der Schweizermeisterschaft wurden die Piloten zum knapp 400KM entfernten Érize-la-Petite (F) in der Region Verdun geladen, wo der örtliche MC Mazel ein Enduro auf die Beine gestellt hatte, welches wohl zu einem der schönsten des Jahres zählen dürfte. Rolf Enz war wie gewohnt mit Barbara Weber angereist, es galt das neue Motorrad mit dem angepassten Setup zu testen und einen möglichst guten Rang zum Saisonabschluss rauszufahren. In der Meisterschaft waren die vorderen Plätze ja bereits verteilt, auch Enz hatte sich seinen 3. Endrang bereits ein Rennen vor Schluss gesichert (!)

SP1 – 500ccm3 Power voll ausgenutzt – Bestzeit!
Enz startete am Morgen mit einem Gefühl, welches er seit langem vermisste. Endlich gesund, nach über zwei Wochen Grippe! «Ich konnte in den letzten zwei Wochen fast nicht trainieren, obwohl ich einen Abstecher nach Italien gemacht hatte, um das Setup an meiner 2020er KTM 500 EXC-F zu verfeinern. Ich musste aber auch dort nach einem halben Tag wegen schlechter Witterung abbrechen. So war es für mich ein Rätsel, wie mein Körper reagieren würde», meint Enz nach dem Rennen.
Ganz fit war er nicht, wurde doch tags davor wiederum eine Apotheke aufgesucht, um die letzten Verdauungsprobleme zu stoppen. Der Start, der für Enz um 09:50 getimt wurde, nahm er mit Zuversicht unter die Räder. «Die ersten 10 Minuten waren noch ein bisschen «schwumrig», dann konnte ich mich schnell dem Tempo anpassen, welches durch Schweizermeister Ädny Brunner angeschlagen wurde. Besser, ich kam relativ schnell in die Pace und konnte mich endlich mit einem sehr guten Gefühl auf den Überführungswegen bewegen».
Nach einer knappen Stunde erreichten die Protagonisten der Kategorie SP1, welche Enz tags davor zweimal abgelaufen war und jede Ecke auswendig kannte. «Ich startete ein wenig verhalten, da bereits sehr tiefe Löcher von den vorhergehenden Fahrer rausgestanzt waren, korrigierte aber meine Gasstellung gleich nach der ersten Kurve! Ich änderte meine Linienwahl schlagartig und feuerte die 500er nach vorne!»
Einer Feldpassage folgte ein Abschnitt auf einer umgebauten Motocrossstrecke, die dann wieder auf das Feld zurück führte. Genau beim Ausgang der MX-Strecke holte Enz den vor ihm gestarteten französischen Fahrer auf, der versperrte ihm den Weg! «Ich werde langsam müde, jedes Mal dasselbe.. Ich schrie was das Zeug hielt, der Fahrer, der ja auch schon an seinem eigenen Limit fuhr konnte nicht sofort weg, erst beim Übergang in die Feldpassage konnte ich ihn mit einigen Risiken überholen. Keine Ahnung was ich da an Zeit liegen liess, jedenfalls spornte es mich weiter an!»
Enz fuhr wie zu seinen besten Zeiten, traf jede Linie, jeden Anlieger optimal und fuhr tatsächlich Bestzeit vor Schweizermeister Brunner!

SP2 – mit Zug durch die Wälder – wieder Bestzeit, auf Tagessiegkurs!
Der Renntag verlief für Enz weiter optimal. Er fühlte sich gut und konnte endlich wieder einmal mit Brunner durch die Wälder flitzen wie gewohnt. «Wir fahren ja eigentlich immer zusammen auf den Überführungen, in den letzten Rennen konnte ich jedoch, weil ich grippegeschwächt war- oder technische Probleme hatte, keine gute Pace fahren. Heute war es anders, ich habe es richtig genossen auf den wunderschönen Singletrails mit Tempo zusammen mit Brunner zu fahren. Wir hatten unsere Konkurrenten relativ schnell abgehängt, an der CH hatten wir 32 Minuten Vorsprung (!) auf die Marschtabelle, ein Genuss».
Davor war jedoch SP2 angesagt, wo Enz gelöst, ohne einen nenneswerten Fehler zu machen mit viel Zug pushte. «Einzig ein französischer Fahrer (wer hätte was anderes gedacht..) war mir wieder im Weg, den ich aufgeholt hatte versperrte mir wieder kurz den Weg. Auch, dass Celsio Gorrara (Tabellenzweiter), der vor mir startete, einen Ausrutscher hatte und am dümmsten Aufstieg der SP sein Motorrad versuchte nach oben zu «werfen» als ich kam, war nicht sonderlich förderlich. Ich konnte dem Motorrad ausweichen, das wieder runter fiel, musste aber einen ganz steilen Winkel fahren, der beinahe in die Hosen ging, aber irgendwie ging dann doch noch alles gut».
Enz fuhr mit Zug weiter und schaffte die zweite Bestzeit des Tages!

SP3 – als Tagesführender aufgrund abgerissener Absperrband falsche Linie gefahren und dadurch Sieg vergeben!
Enz wusste, dass SP3 die Knacknuss des Tages werden sollte. Ein Xtreme-Teil gleich zu Beginn, dann eine ultraschnelle Passage im Wald auf rutschigen Wurzeln und dann noch ein Endstück auf tückischem Boden, der aufgrund des Regens rutschig war.
«Ich fuhr zügig los und meisterte die Xtreme-Hindernisse problemlos, auch wenn mir nach einer Pneusektion der Motor ausging und ich fast über den Lenker flog (!) Nicht schon wieder oder?! Das war das erste Mal mit dem neuen Motorrad, ich hoffe es bleibt dabei.. Jedenfalls fuhr ich konzentriert und mit Zug weiter. In der Waldpassage traf ich die Linien optimal, konnte den gefährlichen Wurzeln ausweichen und pushte um den Tagessieg. Dann, kurz vor Ende des Waldstückes blieb ich plötzlich stehen weil kein Absperrband mehr zu sehen war!!!!!!! Ein Blick zurück und ich merkte, dass ich von der Spur abgekommen war!!!! NNEEEIIINNNN!!!»
Enz war von der Strecke abgekommen weil ein abgerissenes Absperrband von einem vorgängigen Fahrer den Weg falsch anzeigte. Der Wald war von Spuren übersäht, da es wohl zu einem Trainingsgelände gehörte, Enz fädelte einen falschen Trail ein und merkte es erst als er schon weit unten am Berg stand! Als er seinen Fehler bemerkte fuhr er im Eiltempo auf die richtige Spur zurück, verlor aber enorm Zeit und auch gleich die Führung in der Tageswertung!
«Was für ein Pech! Obwohl ich die Strecke abgelaufen war habe ich mit dem gefahrenen Tempo zu spät gemerkt, dass was nicht stimmte, unglaublich!»

Enz verpasste dann tatsächlich den Tagessieg, fuhr den zweiten Rang ein, sein Vorsprung aus den ersten beiden SP’s war nur durch Brunner einzuholen. Dritter wurde Urs Hunziker, der es schaffte in seiner ersten Saison auf’s Treppchen zu steigen.

In der Jahresendwertung änderte sich nichts, die ersten drei (Brunner, Gorrara, Enz) teilen sich auch in diesem Jahr wieder gemeinsam das Podest.

«Ich kann auf eine tolle Saison zurück blicken. Der Fokus war ja auf das Xtreme-Rennen in Portugal im Frühling gesetzt, die SM habe ich aus lauter Freude zum Sport nebenbei bestritten. Ich war bereits im Frühling körperlich müde, da das Training für das XL-Lagares bereits im Vorjahr im November (!) begann. Ich bin danach nur noch sporadisch und auf die Rennen punktuell mit dem Motorrad trainieren gegangen. Deshalb komme ich nun auch erst wieder gegen Ende der Saison in Form. Dazu kommt, dass beruflich gefordert bin, was das Ganze nicht vereinfacht hat. So oder so bedanke ich mich bei all den Personen, die mich auch in diesem Jahr wieder intensiv begleitet haben. Sei es auf persönlicher Ebene durch Sarah Rüfenacht(Trainingsplanung), Roberto Fadda(EMS-Training), Nicole Zimmermann(Massagen) -oder auf materieller Ebene Günter Taferner(LEATT Europe), Christoph Gautschi (LEATT-Switzerland), Marcus Oliver(Lippolis Schweiz), Antonio Lippolis(Lippolis Italia), Sämu von Gunten(Silkolene Schweiz), KTM Schweiz, PHITEN Schweiz, Nico Pouchon(Moto Mader), Toni Gaberthuel(Moto Racing), Sandra Ackermann(Text-Korrekturen), sowie etliche, viele Materiallieferanten, die mich grosszügig unterstützen, Jahr für Jahr.
Ein besonderer Dank gilt meiner Partnerin Barbara, die mich auf Schritt und Tritt, Tag für Tag unterstützt, ohne sie wäre ein Unterfangen auf diesem Level nicht möglich, merci ma puce!»

Nun wird Enz noch das eine und andere «Herbstrennen» in Angriff nehmen um seine Form beizubehalten, bevor es in den «Winterschlaf» gehen wird. Der scheinbar niemals «müde» werdende Enduro-Pilot bereitet für 2020 ein «Zückerlein» der besonderen Art vor. «Ich kann an dieser Stelle noch nichts verraten, der Aufwand für unseren Sport ist enorm, wir müssen zuerst einmal alles penibel genau abklären und die Finanzierung sichern», meint Enz mit einem Lächeln auf den Lippen. Soviel ich heute sicher; Enz wird 2020 zu 50% auch am Start sein 😊

Danke allen Supportern, zahlreichen Lesern, Gratulanten (SMS, WhatsApp, Facebook, Instagram, Mail, Telefon, usw.) für alles und STAY TUNED!

Resultate Enduro de Mazel (F) 2019
1. Brunner Adny
2. Enz Rolf
3. Hunziker Urs

Meisterschaft – Endstand 2019
1. Brunner Adny
2. Gorrara Celso
3. Enz Rolf

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