Rennbericht Enduro du Val de Lorraine, Faulx (F)

Zum Saisonstart Platz 3 & 5 mit brisanter-Strafzeit!

Zum Saisonstart traf sich die Schweizer Enduro-Elite beim traditionellen «Stelldichein» in Faulx (F) in der wunderschönen französischen Lorraine. In diesem Jahr wurden die Fahrer mit viel Sonnenschein, erstaunlich trockenem Boden, nach den wochenlangen Regenfällen zuvor, empfangen. Zwei Tage Enduro mit einer jeweils 170KM langen Schleife waren ausgesteckt, gespickt mit total 13 verschiedenen (!) Sonderprüfungen. Rolf Enz, der mit seiner Partnerin Barbara zwei Tage vorher angereist war, lief insgesamt 35KM (!) «per pedes», um sich die Prüfungen möglichst genau einzuprägen, was bei der Distanz schon fast ein Ding der Unmöglichkeit war.

Tag 1 – Samstag, brisante Strafzeit ausgesprochen!
Der Start wurde – wie üblich am ersten Renntag – um ca. 10:00 Uhr angesetzt, dafür dauerte das Rennen bis 17:30(!) Uhr. Eine starke Anforderung an die Kondition der Piloten. Enz hatte sich wie üblich monatelang mit einem gezielten Trainingsprogramm vorbereit und hatte keine nennenswerte Probleme. «Ich konnte über den Winter gut trainieren, einzig das Fahren auf dem Motorrad musste hinten anstehen, weil wir zuerst eine solide Muskulaturbasis setzen mussten, wegen meinen andauernden Rückenprobleme (die ich vor Allem habe, wenn ich nicht fahre). Dazu kommt, dass meine Schulterverletzung, die ich mir letztes Jahr beim Skifahren eingefahren habe, eigentlich operiert werden sollte. «Wir haben versucht, mit gezieltem Muskelaufbau die OP zu verhindern, bis jetzt mit Erfolg», meint Enz, der gut gelaunt und motiviert in die beiden härtesten Renntage der Saison startete.
Die Sonderprüfungen waren an den üblichen Hängen angelegt worden, drei neue kamen dazu. Ein unglaublicher Kraftakt, der Jahr für Jahr vom Veranstalter gestemmt wird. Da es sich um eine «Classique» handelt, waren entsprechend über 650 Piloten am Start, die aus allen Ländern angereist waren, um sich den ersten Preis (immerhin ein nagelneues Motorrad) unter den Nagel zu reissen.
Enz, der sich in Faulx (F) noch nie richtig wohl fühlte, absolvierte den Tag ohne nennenswerte Probleme (dachte er), fuhr die Sonderprüfungen solide und beendete den Tag auf dem dritten Platz (zunächst), was für ihn so in Ordnung war. «Ich habe in diesen Sonderprüfungen immer sehr grosse Sorgen um meinen Rücken, da es enorm viele grosse Löcher hat, die von der Topographie des Terrains so gegeben sind. Ich kann mich hier nicht «gehen» lassen und voll attackieren, aus Furcht, mir weh zu tun. So habe ich einen Rhythmus gewählt, der für mich erträglich ist. Nicht optimal für das Resultat, aber solange ich in Kontakt mit der Spitze bin, passt es so für mich».

Dann, einen Tag nach dem Rennen (!) wurden die offiziellen Resultate bekannt gegeben, wohlbemerkt erst kurz vor dem Start zum zweiten Renntag. «Ich habe ganz schön aus der Wäsche geschaut als hinter meiner Tageszeit ein «Penalty» ausgesprochen wurde, wegen eines angeblichen Überfahren eines Stoppschildes». Enz wurde so vom regulären dritten Platz auf den fünften zurück klassiert! «Ich konnte nicht einmal richtig protestieren, unser Rennen begann ja nicht einmal eine halbe Stunde später! Sowas habe ich ja noch gar nie erlebt!»
Den ganzen Tag studierte dann Enz (wohlbemerkt während des Rennens) «wie, wann, wo» das Missgeschick passiert sein sollte. «Ich kann mir ehrlich gesagt bis heute nicht erklären, wie das passiert ist! Ich fahre nun die achte Saison Enduro, national- und international und kenne die Regeln! Ich bin doch nicht so blöd und riskiere einen Penalty, die wohlbemerkt nichts mit Sport zu tun hat. Ich fuhr den ganzen Tag mit dem späteren Sieger Andy Brunner, wir machen immer das Gleiche. Hält er an, halte ich an, usw. wir kennen beide die Spielregeln auswendig. Die einzige Situation, die immer wieder vorkam, waren vom Veranstalter selber aufgestellte Stoppschilder (keine regulären Schilder), die zusätzlich von Kommissären gesichert wurden. Immer als wir auf eine solche Kreuzung fuhren, gaben uns die Kommissäre mit Winken die Erlaubnis die Kreuzung zu überqueren, machten wir es nicht und hielten an, wurden wir angeschrien und über die Strasse «gejagt». Von mir ausgesehen wird durch das Vorbeiwinken das «Stopp» aufgehoben, so fahren wir «Jahr ein, Jahr aus». Hier muss dann ein übereifriger (französischer-) Kommissär meine Nummer aufgeschrieben haben (die von Brunner aber nicht – obwohl wir hintereinander und genau gleich fuhren!)»
Enz versuchte dann während und nach dem Rennen mit den Schweizer-Kommissären den Sachverhalt zu klären. «Einmal mehr bin ich enttäuscht. Die Schweizer Kommissäre übernehmen einfach das Recht der französischen Kommissäre, die es anscheinend nicht interessiert, «was» da ein einziger Schweizer für ein Anliegen hat. Die Schweizer Kommissäre sind in der Regel selber Fahrer, die müssten ja wissen, was Sache ist. In diesem Fall haben sie (und alle anderen schweizer Fahrer) ja selbst den Kopf geschüttelt. Ich plädiere schon seit Jahren, dass keine ausländische Föderation über jener der Schweizerischen stehen kann. In der Tagesscratchliste ist es mir egal, aber sicher nicht in der Schweizermeisterschaft! So verliere ich auf unsportlicher Weise (meine Ansicht- und notabene jene aller Fahrer, die vom Vorfall erfuhren) wertvolle Punkte für die Meisterschaft»

Tag 2 – Sonntag, solider 3. Tagesrang
Enz startete am Sonntagmorgen um ca. 08:00 Uhr. Der zweite Schreckensmoment (nach oben erwähntem) bekam er gleich auf dem Startpodest zu spüren, als sein Motorrad nicht ansprang! «Wir haben Probleme mit den Temperaturen, sobald diese unter 15Grad fallen. Das Motorrad springt erst nach ca. 30Sekunden an. Ich habe schon viel Geld in die Elektronikfehlersuche investiert, bisher ohne Erfolg. Wir haben vor dem Rennen zusätzlich eine neue Batterie mit mehr Kapazität verbaut, auch das half nicht. Eine Nervenaufreibende Sache. Sobald das Motorrad einmal läuft, geht es wie eine frisch geschmierte Nähmaschine. Offenbar brauchen die Big Bore Bikes mehr «Saft» um geweckt zu werden. Da die neuen Modelle ohne Kickstarter verbaut sind, kann man sich ja vorstellen wie hoch der Stresspegel ist, wenn das Moped nicht startet», sagt Enz, der ein Weekend der speziellen Art am Durchleben war.
Der Rest des Tages lief dann die 500er KTM Enz’s perfekt. «Motor, Fahrwerk, alles tip top» schwärmte der mittlerweile 52jährige Pilot, der in dieser Saison eigentlich ein Extreme-Enduro in Portugal als Zielsetzung hat. «Die SM macht mir noch immer Spass. Ich fahre nicht mehr so wie vor 8 Jahren, aber zwischendurch wetze ich auch mal das Zahnfleisch wenn’s grad passt», meint er schmunzelnd.
Enz beendete das Rennen auf einem soliden dritten Tagesrang. «Ich habe nichts riskiert, fuhr kräfteschonend und konnte so die beiden langen Tage gut überstehen. Barbara hat mich wiederum perfekt begleitet. Sie war jeweils punktgenau an den Ravitaillement’s. Letztes Jahr konnte ich vor lauter Schulterschmerzen nicht einmal mehr den Hinterpneu wechseln (ich musste das Rad unverrichteter Dinge wieder ab dem Rabaconda nehmen und mit dem alten Gummi montieren), das war dieses Jahr anders, das Krafttraining hat Früchte getragen», meinte Enz zufrieden. «Die Strafversetzung regt mich aber noch immer auf- es nützt nicht einmal mehr, einen offiziellen Protest einzureichen, das ist Zeit- und Geldverschwendung. Es reicht mir schon, wenn meine Äusserungen gelesen werden und die Sportkommission gedanklich angeregt wird, Anpassungen vorzunehmen. Zum Beispiel muss im Reglement stehen, dass die Schweizer Föderation die Sporthoheit über die SM-Resultate besitzt, das wäre ja nichts als normal».

Saisonstart mit gemischten Gefühlen
Grundsätzlich kann Enz über einen gelungenen Start hinsichtlich seiner sportlichen Leistungen blicken. «Das Wintertraining, das von meiner Trainerin Sarah Rüfenacht geplant wurde hat wieder einmal bestens geklappt! Mit meinem neuen Sponsor Roberto Fadda von Inspirit Human mit seinen EMS-Trainingsmethoden konnte ich meine Schulter stabilisieren und Rücken/Rumpf ideal aufbauen. Der DANN-Test hinsichtlich Ernährung hat interessante Parameter aufgezeigt, das kann ich nur empfehlen. Sabine von Salis hat mir ein eine Cross-Fit Einheit zusammengestellt, die es in sich hat. Nicole Zimmermann von Aura Move kümmert sich auch in diesem Jahr wieder intensiv um meine Muskulatur, so dass ich immer bestens erholt und geschmeidig bin. All diesen Leuten habe ich enorm viel zu verdanken, wie auch den Materialsponsoren, allen voran Sämu Von Gunten von Passion Parts (Silkolene), Günther Taferner (Leatt Europa) und last but not least den beiden Fahrwerkprotagonisten Antonio Lippolis und Marcus Oliver. Die KTM-«Leute» Nico Pouchon (Moto Mader) und Toni Gaberthuel (Moto Racing) sind nicht zu vergessen – danke Leute, von Herzen!»

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