Rennbericht Enduro de Mazel (F)

Back to Back Sieg nach harter 6Days Woche!

Zum zweiten Mal nach 2019 lud der Motoclub Mazel (F), im Rahmen der französischen Ligue-Meisterschaft, die Schweizer Enduro Piloten ein, einen weiteren Meisterschaftslauf zu bestreiten. Mazel, in der Nähe von Verdun gelegen, befindet sich an der so genannten «Voie Sacrée», die während dem ersten Weltkrieg als wichtige Nachschubroute für die Französische Armee galt. Sie ist noch heute die einzige «Nationale» in Frankreich, die nicht mit einer Nummer gekennzeichnet ist, sondern mit NVS ([Route] Nationale Voie Sacrée). Verschiedene Errichtungen erinnern an dieses traurige Kapitel, das Rennen führte bei den Überführungen auch teilweise durch alte Schützengräben, was für gemischte Gefühle sorgte.

Enz, der in der Vorwoche an der ISDE 6Days in Italien teilnahm und alles andere als fit war, stand wie gewohnt am Start. Rund die Hälfte der 6Days Fahrer hatten es bevorzugt, zu Hause zu bleiben. Nach seiner Rückkehr half Sohn Yannik das Material herzurichten, dann war auch schon einladen angesagt und wieder ab auf die Strasse ans nächste Rennen. Drei stressige Wochen liegen heute hinter Enz.

Für den Umstieg auf die 500er 4Takt hatte er keine Zeit, nach rund 50 Fahrstunden auf der 300er Zweitakt-Maschine galt es, sofort in alte «Gefilde» zu finden, was suboptimal gelang.

«Als wir in Mazel eintrafen goss es aus allen Kübeln. An ein Reinfahren in das Fahrerlager war nicht zu denken. Zufälle scheint es tatsächlich nicht zu geben, bei widrigstem Wetter lief dann tatsächlich ein einziger Anwohner Mazel’s auf der Hauptstrasse rum, welchen ich auch gleich fragte ob er jemanden kenne, bei dem wir unseren Wohnwagen privat hinstellen dürfen. «Michel», wie er hiess, gab uns dann tatsächlich spontan Gastrecht in seinem eigenen Garten, wo wir das Wochenende zwischen frisch aufgestapeltem Holz und Früchtebäumen verbringen konnten. Im Garten durften wir uns an den Beerensträuchern bedienen und Wasser und Strom war auch vorhanden. Was für ein Glück»!

SP1 ein Feld neben dem «Lieblingsfeld»

Das Rennen startete dann am Sonntag unter schönster Sonne und pünktlich. Die Überführungen waren top ausgesteckt, mit vielen wunderschönen Waldpassagen, die manchmal an ein Malbuch erinnerten. Der Boden war aufgrund des gefallenen Regens der Vortage richtig griffig, alles war da, um das Enduroherz höher schlagen zu lassen!

«Als ich an er SP1 eintraf, hatte ich erst ca 30’Minuten auf der 500er verbracht und war noch ein bisschen steif. Nichts desto trotz, ich freute mich auf die Sonderprüfung, vor zwei Jahren fuhr ich auf derselben, allerdings ein Feld nebenan, wie eine Rakete und deklassierte meine Konkurrenten nach Belieben. Das «dieses Feld» nicht den gleichen Untergrund hatte, merkte ich schnell, als in der ersten Kurve kein Anlieger vorhanden war! Ich habe dann meine Linien sofort geändert und bin eigentlich ganz solide durchgefahren, wäre nicht noch ein Ligue 3 Fahrer vier Kurven im Weg gewesen».

Die Quittung erhielt Enz am Ziel, wo er nur 2 Sekunden Vorsprung herausfahren konnte.

SP2 Schwindelanfall nach «Holzkontakt»

«Die SP2 kannte ich aus dem letzten Rennen, diesmal fuhren wir umgekehrt. Sie war rutschig und unbequem. Zudem hatte ich Probleme mit der Sicht. Ich fuhr auf Sicher aber dennoch nicht mit angezogener Handbremse».

Dann passierte es! Im unteren Stück bei der Rückfahrt hatte der Veranstalter diverse Schikanen eingebaut, damit die Geschwindigkeit gedrosselt wurde. An sich eine gute Sache, nur Stand in einer derjenigen ein schräger Baum, den Enz bei der zweifachen Besichtigung genau ansah, jedoch den Anfahrwinkel total vergeigte.

«Ich fuhr links runter, dann rechts um den Baum und «PÄNGG» schlug ich meinen Helm an dem Baum an. Der Schlag war nicht heftig, aber es reichte offenbar grad, damit mir mein Schwindel wieder aktiviert wurde, den ich mir an den 6Days eingefangen hatte. Ich musste kurz stoppen (inmitten der gezeiteten Prüfung) um mich zu sammeln, weil ich mich sofort übergeben wollte. Dann fuhr ich weiter, die ganze Aktion hat vielleicht 2-3 Sekunden gedauert, mehr nicht, aber es reichte, dass ich den Rest des Tages eine Art Drehschwindel hatte».

Auch hier wurde Enz «quittiert», er konnte noch gerade 1 Sekunde Vorsprung rausholen.

SP3 Katastrophe

«Schon vor zwei Jahren war hier der Teufel los bei mir. Dazumal sorgten abgerissene Bänder dafür, dass ich falsch fuhr und Zeit verlor. In diesem Jahr vergeigte ich zunächst die Felsendurchfahrt, weil ich langsam fahrend nicht mehr stehen konnte, ohne das Gleichgewicht zu verlieren. Ich musste auch die nächsten Xtreme-Hindernisse alle sitzend fahren und verlor viel Zeit beim Versuch, nicht zu stürzen. Dann, man glaubt es nicht, verlor ich die Orientierung, wahrscheinlich durch den Schwindel, und fuhr in einer Kurve geradeaus. Ich musste zunächst realisieren, dass ich falsch fuhr, dann die Kiste drehen, zurück fahren und den ganzen Schwung wieder aufbauen. Eine richtige Katastrophe!»

Enz verlor viel Zeit und versuchte das Ganze mit einer beherzten Restfahrt zu korrigieren. Es nützte alles nichts, er verlor auf dieser SP rund zwei Sekunden auf seinen nächsten Kontrahenten Urs Hunziker.

Ende gut, alles gut!

In der Endabrechnung lag die eine Sekunde Unterschied dann aber zugunsten Enz’s, der sein zweites Saisonrennen gewinnen konnte. Ein wahrer Krimi!

«Ich weiss nicht, ob ich weinen oder lachen soll. Es ging mir Hundselend am Ziel und ich wusste eigentlich den ganzen Rest des Tages nicht was genau ablief. Ähnlich wie bei einer Gehirnerschütterung, die ich aber keinesfalls habe, denn die «Fremdberührung» in SP2 war kein harter Schlag. Er hat einfach geholfen das Ganze wieder auszulösen».

Enz hat sich unterdessen in medizinische Hände gebracht, wo weitere Abklärungen getroffen werden. Er leidet schon seit über einem Jahr an diesen Symptomen, die aber bei sportlichen Betätigungen bisher noch nie zum Vorschein kamen.

Es steht nun noch der «Showdown» in Bure (JU) an, wo sich Enz keinen einzigen Fehler leisten darf. Durch das, dass gleichzeitig wie die 6Days ein SM Rennen stattfand, hat er sein Streichresultat ungewollt bereits eingefahren, seine Konkurrenten nicht, da keiner von Ihnen die Team Weltmeisterschaft bestritten hat wie Enz.

«Eine ungerechte Behandlung finde ich. So etwas hat es noch nie gegeben und man muss sich nicht wundern, dass viele Fahrer gar nicht an die ISDE anreisen, bzw. gar nicht am Start stehen eine Woche später. Die Belastung für den Körper ist enorm. Von mir aus gesehen hätte in diesem Zeitrahmen kein Meisterschaftsrennen stattfinden dürfen, damit alle die gleichen Chancen haben»

Enz wird sich nun drei Wochen lang kurieren und am 2. und 3. Oktober in Bure (JU) entsprechend geladen am Start stehen!

 

Stay tuned! Wir halten Euch auf dem Laufenden, auch in diesem Jahr via den Social-Media Kanälen (Facebook, Instagram) sowie auf der Homepage, wo aktuell die neue T-Shirt Support Kollektion aufgeschaltet ist!

 

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