About me

Motorsport hat mich schon früh gepackt. Als Teenager schraubte ich an frisierten Töfflis – das Benzin lag mir im Blut. Mein Weg begann im Motocross, wo ich zwischen 1989 und 1998 in der Schweizer FMS (heute Swiss Moto) Meisterschaft unterwegs war. Schritt für Schritt arbeitete ich mich nach vorne, bis ich Ende der 90er Jahre regelmässig an der Spitze mitfahren konnte. 1997 und 1998 stand ich mitten im Kampf um den Schweizermeistertitel – doch beide Saisons endeten verletzungsbedingt abrupt.

Gleichzeitig war ich als junger Vater und im Beruf stark gefordert. 1998 zog ich die Konsequenz und beendete meine Karriere vorerst. Es war kein geplanter Abschied, eher ein notwendiger.

Über ein Jahrzehnt später folgte der nächste Abschnitt. 2012 kehrte ich zurück – aber nicht ins Motocross, sondern in den Enduro-Sport. Was von aussen ähnlich aussieht, ist in Wahrheit eine komplett andere Welt. Längere Belastung, komplexere Prüfungen, ein ganz anderes Fahrgefühl. Für mich bedeutete das einen Neustart. Ich stellte mein Training grundlegend um und kam erstmals mit sportwissenschaftlichen Ansätzen in Kontakt, insbesondere mit pulsgesteuertem Training.

Die Ausgangslage war alles andere als einfach: grosse Starterfelder mit rund 35 Fahrern, viele davon ehemalige Inter- oder WM-Piloten. Umso mehr überraschte mich selbst, dass ich mich sofort wieder zurechtfand und die Saison auf dem dritten Gesamtrang beenden konnte.

2013 folgte der nächste Schritt – der erste Schweizermeistertitel im Enduro. Es war die Bestätigung, dass sich der Aufwand gelohnt hatte.

2014 wollte ich den nächsten Schritt gehen und startete an den FIM ISDE (Six Days) in Argentinien, der Weltmeisterschaft des Enduro-Sports. Die Vorbereitung stimmte, das Gefühl war gut – bis ein schwerer Sturz alles veränderte. Polytrauma (Ellenbogenbruch, Schlüsselbein-Trümmerbruch, Schulterkapsel-Lesion, Abriss Schulterbänder, 6 gebrochene Rippen, Gehirnerschütterung), wohlbemerkt auf einer Überführungsetappe, nicht direkt in einer Sonderprüfung- ich wurde vom lokalen «Fesh-Fesh» überrascht. Von einem Moment auf den anderen war alles anders. Es war einer dieser Punkte im Leben, an denen man sich neu sortieren muss.

Trotzdem kehrte ich zurück. 2015 stand ich wieder auf dem Podest der Schweizermeisterschaft, auch wenn der Körper noch längst nicht alles mitmachte. Danach folgte erneut eine Pause. 2016 kam ich für einzelne Rennen zurück – drei Starts reichten für Rang 7 in der Gesamtwertung. Es zeigte mir, dass ich noch immer mithalten konnte.

In den folgenden Jahren verlagerte sich mein Fokus zunehmend Richtung Extreme-Enduro. 2017 startete ich bei den WESS «Red Bull Romaniacs» – einem der härtesten Extreme-Enduro-Rennen der Welt. Ich kam ins Ziel, ohne Zeitstrafe (und der Bronze-Medaille), was nur 30% des Feldes schaffte. Gleichzeitig beendete ich die Schweizermeisterschaft auf Rang 4, punktgleich mit Platz 3.

2018 wurde ich Vize-Schweizermeister, 2019 erneut Dritter und stellte mich mit der WESS Extreme-Enduro «XL Lagares» in Portugal einer weiteren internationalen Herausforderung. Diese Jahre waren geprägt von Erfahrung, Konstanz und der Freude am Fahren – auch unter immer anspruchsvolleren Bedingungen.

2020 verlief aufgrund der Umstände (Corona-Jahr) ruhiger, doch ich nutzte die Zeit, um an mir zu arbeiten. 2021 gelang mir die Rückkehr auf höchstes Niveau: Vize-Schweizermeister und eine Bronzemedaille an der FIM ISDE (Six Days) Weltmeisterschaft in Italien, sowie Finisher an einer der prestigeträchtigsten «Classic» der Welt, dem «Trèfle Lozérien» (F).

2022 folgte eine meiner stärksten Saisons. Mit mehreren Rennsiegen konnte ich den Schweizermeistertitel gewinnen. Und 2023 gelang mir nochmals eine aussergewöhnlich konstante Saison: zehn Rennen, zehn Podestplätze, davon sieben Siege. Ich sicherte mir frühzeitig den dritten Schweizermeistertitel.

Danach traf ich eine bewusste Entscheidung: aufzuhören, solange es läuft.

Parallel dazu begann ein neues Kapitel. 2023 übernahm ich die Funktion als Sportdirektor bei Swiss Moto, 2024 die Rolle als CEO.

Diesen Schritt habe ich bewusst und langfristig vorbereitet. Mit einer Weiterbildung im Bereich Sportmanagement (CAS an der Universität Freiburg), einem Lehrgang, der in Zusammenarbeit mit Swiss Olympic und dem Bundesamt für Sport (BASPO) entwickelt wurde, konnte ich mich gezielt mit den Anforderungen moderner Sportverbandsführung und dem High-Performance-System auseinandersetzen.

Heute darf ich meine Erfahrung in die Weiterentwicklung des Schweizer Motorradsports einbringen – mit dem klaren Fokus, Strukturen weiter zu professionalisieren, den Leistungssport systematisch zu fördern und die Voraussetzungen zu schaffen, um uns nachhaltig im Umfeld von Swiss Olympic auf höchstem Niveau zu positionieren.

Wenn ich zurückblicke, sehe ich nicht nur Resultate. Ich sehe einen Weg mit Umwegen, Rückschlägen und immer wieder neuen Anläufen. Ich weiss, woher ich komme. Mir wurde nichts geschenkt – ich musste mir meinen Weg Schritt für Schritt selbst erarbeiten. Es gab Zeiten, in denen es nicht nur sportlich schwierig war. Nach meiner Scheidung stand ich mit rund 30 Jahren praktisch bei null da und lebte für einige Monate im Keller eines Freundes, weil es nicht anders ging.

Auch die vielen Verletzungen haben Spuren hinterlassen. Aber genau diese Erfahrungen haben mich geprägt. Sie haben mir gezeigt, wie wichtig es ist, wieder aufzustehen – und weiterzumachen.

Heute sehe ich vieles etwas klarer. Ich schätze, was ich habe, und ich weiss, dass es nicht selbstverständlich ist, seinen Weg so gehen zu können. Am Ende bin ich jemand, der seiner inneren Linie gefolgt ist – manchmal mit einem ungewollten Umweg,  aber immer konsequent und fokussiert. Und vielleicht ist genau das die Grundlage dafür, dass ich heute das tun darf, was mich jeden Tag antreibt.

Ride on, Rolf

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Statistik – Enduro Schweizermeisterschaft (FMS)
Gesamtbilanz (ab 2012)

Teilnahmen: seit 2012 regelmässig aktiv
– Schweizermeistertitel: 3 (2013, 2022, 2023)
– Vize-Schweizermeister: 2 (2018, 2021)
– 3. Rang Gesamtwertung: 5 (2019, 2017, 2015, 2014, 2012)

Total Podestplätze in der Jahresmeisterschaft (ohne 2016-Verletzung):
– 10/10 Jahres-Podestplatzierungen

Podestquote (Gesamtwertung)
– Podest (Rang 1–3): 10 Saisons
– Podestquote Gesamtwertung: ≈ 80–90%
– Titelquote: ≈ 25–30%
– Top-2-Quote (1. + 2. Plätze): ≈ 40–45%

Einzelergebnisse – Referenzjahr 2023 (best season)
– Starts: 10
– Siege: 7
– 2. Plätze: 3
– Podestplätze: 10
→ Podestquote: 100%
→ Siegquote: 70%

Sportwissenschaftliche Einordnung der Leistungsdichte
– Konstante Platzierungen in den Top 3 über mehr als ein Jahrzehnt
– Mehrere erfolgreiche Rückkehrphasen nach Verletzungen mit anschliessenden Podestplätzen
– Titelgewinne über einen Zeitraum von zehn Jahren (2013–2023)
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Palmares

2023

SCHWEIZERMEISTER ENDURO
FMS Enduro – Kat. National Vet.
«best KTM-Rider»

1. Rang FMS «Enduro de Gye sur Seine»
1. Rang FMS «Enduro de Faulx I»
2. Rang FMS «Enduro de Faulx II»
1. Rang FMS «Enduro de la Bresse»
1. Rang FMS «Enduro de Vouzier»
2. Rang FMS «Enduro de Epernay»
1. Rang FMS «Enduro de Lamure-sur-Azergues»
2. Rang FMS «Enduro du Jura I»
1. Rang FMS «Enduro du Jura II»
1. Rang FMS «Enduro de Mazel»

2022

SCHWEIZERMEISTER ENDURO
FMS Enduro – Kat. National Vet.
«best KTM-Rider»

1. Rang FMS «Enduro de Mazel»
2. Rang FMS «Enduro de Saône»
1. Rang FMS «Enduro de Latrecey»
1. Rang FMS «Enduro de Faulx I»
1. Rang FMS «Enduro de Faulx II»

2021

FIM | ISDE 6DAYS WORLD CHAMPIONSHIP – Italia
Bronze Medal
FFM | TRÈFLE LOZÉRIEN – France
Finisher
VIZE SCHWEIZERMEISTER ENDURO
FMS Enduro – Kat. National Vet.

2. Rang FMS «Enduro du Jura I»
2. Rang FMS «Enduro du Jura II»
1. Rang FMS «Enduro d’Épernay» (F)
1. Rang FMS «Enduro de Mazel» (F)

2019

WESS | XTREME ENDURO WORLD CUP
PORTO XL LAGARES  (Portugal)
3. Gesamtrang Schweizermeisterschaft
FMS Enduro – Kat. National Vet.

2. Rang FMS «Enduro de Mazel»
2. Rang FMS «Enduro de Saône»
3. Rang FMS «Enduro du Jura I»
5. Rang FMS «Enduro du Jura II»
3. Rang FMS «Enduro de Sancey le Grand»
3. Rang «Enduro de Chaumont»
3. Rang FMS «Enduro de Grange sur Vologne»
3. Rang FMS «Enduro de Faulx I»
5. Rang FMS «Enduro de Faulx II»

2018

VIZE-SCHWEIZERMEISTER ENDURO FMS

1. Rang FMS «Enduro de Saone»
2. Rang FMS «Enduro de Vagney II»
2. Rang FMS «Enduro de Vagney I»
3. Rang FMS «Enduro de Latrecey»
3. Rang FMS «Enduro de Granges sur Volognes»
3. Rang «Enduro de Faulx II»
3. Rang FMS «Enduro de Faulx I»

2017

FIM HARD ENDURO WORLD CUP | RED BULL ROMANIACS
Bronze Medal – no time bar 
4. Gesamtrang (ex-aequo Platz 3) Schweizermeisterschaft
FMS Enduro – Kat. National Vet.

1. Rang FMS «Enduro de Roburent»
5. Rang FMS «Enduro de Bure II»
4. Rang FMS «Enduro de Bure I»
2. Rang FMS «Enduro de Garbagnia»
3. Rang FMS «Enduro de Chaumont»
6. Rang FMS «Enduro de Granges sur Volognes»
6. Rang «Enduro de Faulx II»
5. Rang FMS «Enduro de Faulx I»

2016

7. Gesamtrang Schweizermeisterschaft
FMS Enduro – Kat. National Vet.
(verletzt – nur 3 Rennen bestritten)

3. Rang FMS «Enduro de Montegiocco»
3. Rang FMS «Enduro de Vagney»
4. Rang FMS «Enduro de Saone»

2015

3. Gesamtrang Schweizermeisterschaft
FMS Enduro – Kat. National Vet.

4. Rang FMS «Enduro de Faulx I»
– Rang FMS «Enduro de Faulx II» (DNF/Krank)
3. Rang FMS «Condé en Brie»
5. Rang FMS «Enduro du Rocroi»
2. Rang FMS «Enduro de Salins les Bains»
2. Rang FMS «Enduro de Saône»
2. Rang FMS «Enduro de Chaumont»

2014

FIM SIX DAYS | ARGENTINA
Teilnahme (dnf)
3. Gesamtrang Schweizermeisterschaft
FMS Enduro – Kat. National Vet.

1. Rang FMS «Enduro de Faulx I»
3. Rang FMS «Enduro de Faulx II»
2. Rang FMS «Enduro de Granges sur Vologne»
5. Rang FMS «Enduro de Buzancy»
3. Rang FMS «Enduro de Latrecey»
2. Rang FMS «Enduro de Saône»
2. Rang «Endurocross Meinisberg»
4. Rang FMS «Enduro de Bure I»
3. Rang FMS «Enduro de Bure II»

2013

SCHWEIZERMEISTER ENDURO FMS
FMS Enduro – Kat. National Vet.
«best KTM-Rider»

1. Rang FMS «Enduro de Faulx I»
3. Rang FMS «Enduro de Faulx II»
1. Rang FMS «Enduro de Buzancy»
3. Rang FMS «Enduro de Chaumont»
2. Rang «Endurocross Meinisberg»
1. Rang FMS «Enduro de Moirans»
2. Rang FMS «Enduro de Bure I»
3. Rang FMS «Enduro de Bure II»

2012

3. Gesamtrang Schweizermeisterschaft
FMS Enduro – Kat. National Vet.
«Rookie of the Year» & «best KTM-Rider»

2. Rang FMS «Enduro de Faulx»
3. Rang FMS «Enduro du Jura II»
1. Rang FMS «Enduro du Jura I»
2. Rang FMS «Enduro Salins-les-Bains»
4. Rang Gesamtrang «MX-Enduro Meinisberg»
2. Rang FMS «Enduro de Vagney»
6. Rang Gesamtrang «MX-Enduro Walde»
2. Rang FMS «Enduro de Saône»

In den Jahren 1988-1998 bestritt Rolf Enz erfolgreich die Schweizer- und Neuseeländische Meisterschaften. 1997 kämpfte er gar um den Schweizermeistertitel bevor er sich eine schwere Verletzung zuzog.

Nach einem 14jährigen Renn-Unterbruch fand er zu seiner alten Leidenschaft zurück und bestreitet seither wiederum sehr erfolgreich Rennen.