Rennbericht Enduro SM Vagney (F)

RENNBERICHT ROLF ENZ

>>>Erneuter Podestplatz!<<<

Erneut ein 3. Rang beim zweiten Einsatz in der laufenden SM (!)

Vagney, ein Dorfname, der mir eingebrannt bleibt.

2012, anlässlich meiner ersten Enduro-Saison wollte ich dort sterben, dermassen kaputt war ich dazumal. Ich traute damals meinen Augen nicht, als ich nach dem Absolvieren einer Runde am Ende meiner Kräfte war- und auffahrende Inter-Fahrer, welche bereits ihre zweite Runde hinter sich brachten, singend und frohen Mutes vor der Sonderprüfung standen (!) Damals presste ich die letzten Kräfte aus mir heraus und landete auf dem zweiten Platz.

 

In diesem Jahr sollte alles anders werden. Oder doch nicht?

Jedenfalls war die erste Überführung eine der „harten Sorte“. Ich startete in der ersten Linie mit Brunner, dem Meisterschaftsführenden, sowie Gorrara, dem amtierenden Schweizermeister. Für Geschwindigkeit war also gesorgt. Wir fuhren dann auch relativ zügig auf unsere französischen Vorstarter auf, die bereits im ersten Anstieg herumlagen und blockiert waren. Ich habe mir ein „Warten“ längst abgewöhnt und entschloss mich kurzerhand, auszuscheren und „slalommässig“ um die dampfenden 2- und 4Takter herumzufahren. Ich hatte mich zwar gegen eine weiche Pneu-Gummimischung entschieden (was sich in den SP’s als richtig entpuppte), hatte aber auf dem feuchten Wald-Untergrund besten Gripp, was ich bestimmt meinem Lippolis-Fahrwerk zu verdanken hatte.

Verschiedene Passagen waren dann wirklich heikel und nach einer gewissen Zeit liess ich meine beiden Kontrahenten wegfahren und so fuhr ich mein eigenesTempo weiter. Ich kam dann nur kurz hinter den beiden an der CH1 an und hatte dann noch über 30 Minuten Zeit (!) was offenbar nicht allen Fahrern gelang. Nach dem Rennen vernahm ich, dass es über 70 Aufgaben gab, bei einem Starterfeld von 350 Teilnehmern ergibt das, dass jeder 5. Fahrer aufgeben musste! Soviel zum Schwierigkeitsgrad.

 

SP1: diese wurde leider im verkürzten Modus ausgetragen, eine Waldpassage war derart überflutet, dass kein Durchkommen möglich war. Da ich sehr spät startete, konnte ich am Morgen früh noch kurz die Interfahrer sehen. Ein Sprung über einen gossen Fuchsbau ca. 50 Meter nach dem Start in einem schrägen Hang bereitete mir Bauchschmerzen beim Besichtigen. Als ich dann sah, mit welcher Leichtigkeit die Interfahrer darüber sprangen, entschloss ich mich ebenso dazu. Eigentlich war ich richtig gut unterwegs, bis ich mit einem Geschwindigkeitsüberschuss in einer Lichtung in ein fast meterhohes Loch schoss und es mich fast über den Lenker schlug. Danach drosselte ich den ganzen Übermut und fuhr „safe“ ins Ziel.

 

SP2: eine lange SP, über 8 Minuten lang für mich. Die ersten Kurven, Sprünge Hänge gingen wie „Honig“ runter. Bei einer Schlammpassage konnte ich gar noch kurz einem Konkurrenten beobachten wie er regelrecht im Dreck „versoff“, dann aber aufgepasst; in einer Linkskurve musste ich eine nasse Wurzel oder einen Stein erwischt haben und schon lag ich fast am Boden! Das Moped konnte ich zwar gleich wieder aufrichten, musste aber neu anfahren, was mich Zeit kostete.

Dann wieder „Safe-Modus“, dann wieder nicht, ich war ja nicht zum schlafen hierher gekommen 🙂 merkwürdigerweise konnte ich aber keinen „Flow“ aufbauen, es war mehr ein „Murks“. Wunderschöne Passagen über rutschige Felsen, Baumstämme, Wasserlöcher, usw. folgten, ich kam einigermassen flott voran.

Dann oh SCHRECK! Das gibt’s ja gar nicht! Ein Baumstamm, etwa 40cm hoch, der eigentlich einer meiner Paradedisziplinen darstellt, und schon war ich blockiert und blieb darauf hängen. Wie ein Anfänger! Nach vorne ging nichts mehr, nach hinten auch nicht. Der Stamm war geschält und rutschig wie Eis. Irgendwie riss ich das Bike dann rückwärts runter, blieb noch in einem Loch stecken. Schlussendlich kam ich dann doch irgendwie drüber. Was für ein „Schämer“, zum Glück hatte ich den Helm auf 🙂

Nun hiess es, weiter am Kabel ziehen, nicht aufgeben. Meine KTM 450 EXC-F lief wie eine Rakete.

Dann kam ein Sprung über einen Bach (der vorsorglich mit Heuballen aufgefüllt war) gefolgt von einer steigenden Traverse. Beim Besichtigen war mir klar, dass ich „via“ eines kleinen Plateau’s eine Gerade nach oben ziehen musste, sonst gings nicht- oder alternativ den „Chickenway“, der viel Zeit kostete. Ich entschied mich für Ersteres, konnte die Spur aber nicht halten und prompt, die eine Wurzel, die noch bei der Besichtigung da war, hatte sich plötzlich verzehnfacht. An Letzterer blieb ich dann auch hängen und fiel rückwärts den Hang runter, das Motorrad blieb oben, ich rappelte mich herauf, es war steil und rutschig.

Zum Glück war ich aber schon fast zuoberst und musste nur noch ca. 1 Meter überbrücken. Alles Gefluche und Stossen halfen dann aber doch nichts und irgendwann hatte ein Marschall wohl Bedauern mit mir und half mir, meine Maschine nach oben zu reissen. Da sah ich wieder mal, wie wenig fehlte, der hilfsbereite Mann riss nur wenig an meiner Gabel und „schwupp“ konnte ich mich befreien und war oben!

Wie viel Zeit mich das alles gekostet hat, weiss ich nicht. Ich weiss nur, dass meine direkten Konkurrenten wohl ebenfalls ihre Sorgen hatten und so „jammerten“ dann alle im Ziel. Was wir dann auch gleich mit einem Fyraabig-Bier begossen haben 🙂

Fazit: Schlussendlich eines der härteren Rennen, welches ich bisher bestritten hatte, am meisten hatte ich mit meinem Rücken Probleme, der mich bisher in Ruhe gelassen hatte. Ab CH1 wusste ich nicht mehr, ob ich stehen oder sitzen sollte, solche Schmerzen plagten mich.

Ansonstenlief alles bestens, die Betreuung war perfekt, das Material lief wie geschmiert.

Nun werde ich  ein paar Tage auskurieren und dann abwägen, ob ich am 21. August mein Lieblingsrennen in Saône bestreiten soll oder nicht.

Vielen Dank für die vielen Gratulationen per Telefon, Mail, SMS, WhatsApp, FB und und und… DANKESCHÖN!

 

 

 

Rolf Enz  

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«SWISS CHAMPION» ENDURO VET 2013

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